Dienstag, 22. Mai 2007
Wegzehrend
Der große Nachteil einer Kaserne in der grünen Hölle Deutschlands, also im nirgendwo des mittleren Thüringens ist sicherlich der Anfahrtsweg, der größere Vorteil hingegen, mir ist er nicht bekannt(1). Wenn dies einen sicher verbrieften Effekt hat ist es, das ich ernsthaft die deutsche Bahn schätzen gelernt habe. Man kann von ihr vieles sagen, aber sie fährt wenigstens zu mehr als einer Tageszeit und man kann zumindestens eine grobe Zuordnung von Fahrten zu Fahrzeugen erfinden. Als ich nach etwas längerer Fahrt(2) mit der wunderbaren Befähigung in der ersten Klasse den Fußboden mit meinem Hinterteil besitzen zu dürfen(3) endlich ankam, traf ich eine simple Situation vor, einige hunderte wartende Wehrdienstleistende an der Bushaltestelle ein Bus der laut Fahrplan etwa alle 40 Minuten kommt, aber defakto in den 2 Stunden die ich gewartet habe völlig willkürlich verteilt anzutreffen war. Das auch allmächtige Linienbusse nur eine bestimmte Anzahl von Menschen fassen können ist eine Tatsache auf die man natürlich nicht zu kommen braucht, nicht wenn man das ganze einmal pro Quartal, also viermal im Jahr und auch zwischendrin bei Wochenendheimreisen eigentlich ständig(6). Besonders nicht mit sowas zu rechnen brauch man natürlich nicht als Logistikbatallion.

(1)Also gut, in der Abgeschiedenheit hat man auch seine Ruhe, ist also Feigheit eine Tugend der Bundeswehr?
(2)6 Stunden 4 Umstiege, sagte ich schon Thüringen?
(3)Die Bundeswehr ist so freundlich und schenkt fast jedem Wehrdienstleistenden auf Kosten der restlichen Steuerzahler ein Ticket in der ersten Klasse(4). Was sie ihm nicht schenkt ist eine Sitzplatzreservierung(5), denn das wäre auch nicht möglich, plötzlich tausende überzählige Sitzplätze in der ersten Klasse zu haben, da ja alle
(4)ca 110€ in meinem Fall.
(5)genau 3€.
(6)Nur gibt es da das Problem in dieser Form natürlich nicht, denn Sonntags fahren soviele Busse wie unter der Woche ab ca. 17 Uhr, genau Null.

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